1.1 Was sind Familienzentren in NRW?

Familienzentren wurden im Jahr 2006 vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW als Erweiterung von Kindertagesstätten ins Leben gerufen.
Ziel ist, nicht nur die Kinder einer Einrichtung zu fördern, sondern die Familie als Ganzes wahrzunehmen und zu stärken.

„Denn die Familie ist es, die die Kinder als erstes und am dauerhaftesten prägt“ Zitat Minister A. Laschet.
Je nach Sozialraum und Infrastruktur hat jedes Zentrum individuelle Schwerpunkte in seiner Angebotsstruktur, jedes jedoch ein Grundangebot an Bildung, Beratung und Betreuung.

Was sollen Familienzentren (kurz: FaZ) noch leisten?

  • Kinder erhalten im FaZ mehr individuelle Förderung • Eltern werden bei derWahrnehmung ihrer Bildungs- und Erziehungsaufgaben gestärkt.
  • Hilfen für Familien werden vernetzt.
  • Vermittlung von Tagesmüttern und Tagesvätern sichern die Vereinbarkeit vonFamilie und Beruf
  • Begleitung von Familien mit Migrationshintergrund und Sprachförderung
  • Flexible Betreuungszeiten

1.2 Was bedeutet dies für unsere Einrichtung?

Aufgrund der familienfreundlichen Angebote und Dienste wurde unserer Einrichtung im Oktober 2007 das Gütesiegel „Familienzentrum NRW“ verliehen.
Im November 2007 fand ein Trägerwechsel in unserer Einrichtung statt und es wurde die „Elterninitiative KiTa Hackenberg e.V.“ gegründet, die die Schwerpunkte und Angebote des Familienzentrums mit übernommen hat:

Unsere Leitsätze:

Unser Motto, nach dem Gedicht „Visionen“ von Pierre Stutz, lautet:

„Wir brauchen Lebensräume, die uns beflügeln zu einem Miteinander, das Ängste überwindet.“

Familienzentrum bedeutet für uns:
F = Früherkennung ist

a = aktiv
Z = Zukunft gestalten

Je früher Eltern Unterstützung, Entlastung und Beratung zum Wohle ihres Kindes in Anspruch nehmen, umso besser sind die gemeinsamen Entwicklungschancen.
Wir verstehen uns als „gemeindenahe Elterninitiative“ KiTa + FaZ e.V. und kooperieren im Stadtteil mit der evangelischen Kirchengemeinde Lennep. Unser Dachverband ist das Diakonische Werk Rheinland.

1.3 Entwicklungsfahrplan

Orientierung und Grundlage zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung im Familienzentrum ist das vorliegende Qualitätsprofil nach erfolgreicher Teilnahme der Pilotphase für die Einrichtung nach Erhalt des Gütesiegels im Oktober 2007 von PädQUIS.

Dieses spiegelt alle Leistungs- und Strukturbereiche mit Stärken und Entwicklungspotentialen wieder und weist ein zusammengefasstes Leistungs und Strukturprofil aus.
Die Umgebung und die Einrichtung selbst bieten gute Voraussetzungen für vielfältige Erfahrungen im sozialen und emotionalen Miteinander. Für Anliegen der Bewohner im Stadtteil und Familien der Einrichtung haben wir ein „offenes Ohr“ und verstehen uns als direkte Anlaufstelle. Wir vermitteln, unterstützen und beraten bei allen Fragen, die ein Lebensalltag mit sich bringt:

  •  Für den Einzelnen, eingebunden in seinen Lebensraum
  •  für Paare und
  •  für Gruppen.

Die Kindertagesstätte ist für viele Familien oft die erste Öffnung und Begegnung ihres Systems mit einem System der Öffentlichkeit. Dies ist ein Grund, warum wir unser Familienzentrum als Feld der frühen Prävention
sehen und entsprechend die Struktur unserer Angebote entwickeln. Der Aufbau einer Entwicklungspartnerschaft mit Eltern und deren Lebensumfeld ist Voraussetzung für eine gelingende Kooperation. Die Angebote des Familienzentrums orientieren sich an der erstellten Sozialraumanalyse, den durchgeführten Bedarfsumfragen, der Selbstanalyse der Einrichtung und der „hausinternen“ Statistik.

1.4 Unsere Schwerpunkte im Familienzentrum:

  • Prävention und frühe Hilfen
  • Beratung, Unterstützung und Vermittlung
  • Bildung und Austausch
  • Betreuungsentlastung und Unterstützung
  • Vernetzung und Kooperationen für alle Anliegen seit mehr als 10 Jahren
  • Sozialraumanalyse und Bedarfsermittlung

Für Kinder:

konz25

  • „Der musikalische Geschichtenkoffer“: Sinnes- und Wahrnehmungstraining zur Unterstützung der Sprachentwicklung und Bewegungsförderung mit externer Übungsleiterin zweimal wöchentlich.
  • Projekt: „Starke Kinder“ , frühe Prävention Gewalt, Stärkung der Persönlichkeit,
  • Projekt: „Papilio“ , Primärprävention von Verhaltens- problemen und zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen
  • Bewegungsförderung für Kinder mit besonderem Bedarf
  • Krabbelgruppe für Kinder unter 3 Jahren mitÜbungsleiterin einmal wöchentlich
  • „Märchenstunde“ mit Vorlesepaten
  • Einzelförderung nach individueller Klärung

konz26Für Jugendliche:

  • Anlaufstelle Unterstützung, Beratung, frühe Hilfen
  • Projekt: „SoKo“ in Zusammenarbeit mit dem Jugendrotkreuz

Für Eltern und Stadtteilbewohner:

  •  Infektionsschutzbelehrung5.5Lenkungs- und Steuerungsgremien:
  •  Beratung und Angebote zur Gesundheit und Ernährung: aktuell Pilatesgruppe
  •  Gitarrenkurs
  •  Vorlesepaten in der Einrichtung
  •  Leihbücherei
  •  Elternmagazin „kizz“ , kostenfrei
  •  Angebote für Familien mit Migrationshintergrund: Einzelberatung, Elterntreff,Hausbesuche und bei Bedarf Vermittlung und Übersetzung
  •  Elterntreff
  •  Elternkompetenzkurse
  •  Vermittlung bei Bedarf zur Kindertagespflege
  •  Betreuungsentlastung in besonderen Lebenssituationen
  •  Familien-, Einzel- und Paarberatungen nach Terminvereinbarung
  •  Offene Sprechstunde jeden Donnerstag von 11.00 bis 12.00 Uhr
  •  Steuerungsgruppe im Familienzentrum: Setzt sich zusammen aus Vertretern der Ev. Kirchengemeinde, des Vorstandes und Mitarbeitern der Einrichtung. Die Steuerungsgruppe entwickelt in einer strukturierten und verbindlichen Arbeitsweise alle anstehenden Prozesse des Familienzentrums. Vertreter sind:G. Dehn, G. Bayer, S. Peters-Gößling, C. Sobolewski, C. Robra, A. Sylvester.
  •  Fachforum Familienzentren im Ev. Kirchenkreis Lennep:
    Unterstützung, Beratung, Begleitung von Entwicklungsprozessen, themenspezifischer Austausch. Moderation: Stefan Friedrich, Fachberatung im Kirchenkreis Lennep.
  • Netzwerk Familienzentren in Remscheid: Arbeitsgruppe der Stadt Remscheid zur Begleitung von Familienzentren. Schwerpunkte:
    Kooperationsvereinbarungen, Strukturierung von Entwicklungsphasen, regelmäßiger Austausch, Vernetzung und Kooperationen, Jugendhilfeplanung, Verwendungsnachweise, Projektierungen.

Die Lenkungs- und Steuerungsgremien treffen sich nach Terminabsprachen, mindestens jedoch 3 x im Jahr.
Darüber hinaus bietet das Diakonische Werk Rheinland jährliche Fachgespräche und ist Ansprechpartner bei besonderen Fragestellungen.